Mountain. Bike. Natur. – Unsere Schulungswoche in Bad Hindelang


Vor zwei Wochen waren wir, Zsolt und Stefan, für eine Woche in Bad Hindelang unterwegs – und zwar im Rahmen der JDAV-Grundausbildung „Mountain. Bike. Natur.“. Die Grundausbildung richtet sich an angehende Jugendleiter*innen, die nicht nur ihr bergsportliches Können, sondern auch ihre pädagogischen Fähigkeiten weiterentwickeln möchten.
Der Name ist dabei Programm: Mountain. Bike. Natur. – in dieser Reihenfolge, aber immer miteinander verbunden. Wir waren viel draußen, haben gemeinsam Berge, Wälder, Trails und Bäche erkundet, und gleichzeitig über unsere Rolle als Jugendleiter*innen nachgedacht: Was macht eine gute Gruppenführung aus? Wo liegen unsere eigenen Stärken und Grenzen? Wie können wir junge Menschen fürs Draußensein begeistern und sie dabei verantwortungsvoll begleiten?
Theorie mit viel Praxisbezug
Gleich zu Beginn haben wir uns intensiv mit der Motivation von Kindern und Jugendlichen beschäftigt. Wie kann man Begeisterung wecken? Wie unterstützt man auch dann, wenn es mal anstrengend wird oder Frust aufkommt? Diese Fragen haben uns die ganze Woche begleitet – und wir konnten sie immer wieder in der Praxis ausprobieren.
Ein großes Thema war auch das Notfallmanagement: Was passiert, wenn tatsächlich ein Ernstfall eintritt? Wer übernimmt welche Rolle? An wen kann man sich wenden und wo findet man Unterstützung? Hier ging es nicht nur um Wissen, sondern vor allem um Sicherheit – für die Gruppe und für uns selbst.
Spannend war auch das Guiding von Mountainbike-Gruppen. Denn eine Gruppe zusammenzuhalten, gleichzeitig auf Sicherheit, Spaß und Motivation zu achten, ist gar nicht so einfach. Wir haben über Fahrabstände, Tempowahl, Pausen und Kommunikation auf dem Trail gesprochen – und konnten das alles gleich draußen ausprobieren.
Weitere Themen waren die Tourenplanung (inklusive dem „3×3“: Verhältnisse – Tour/Gelände – Mensch), die Biwakplanung (von Essen über Ausrüstung bis hin zur Frage, wie man all das im Rucksack verstaut), sowie wichtige Grundlagen wie Rechte und Pflichten einer Jugendleiter*in. Besonders eindrucksvoll fanden wir die Einheit zur Prävention sexualisierter Gewalt – ein sensibles, aber sehr wichtiges Thema, mit dem wir uns intensiv auseinandergesetzt haben.
Praxis – raus auf die Trails und in die Natur


Nach der Theorie ging es für uns natürlich immer wieder raus – schließlich heißt die Schulung nicht umsonst „Mountain. Bike. Natur.“.
- Dienstag stand ganz im Zeichen des Einstiegs: Nach einem gründlichen Bike-Check haben wir mit Spielen auf dem Rad und einem kleinen Fahrtechniktraining unsere Skills aufgefrischt. Danach ging es gleich auf eine erste Tour zum Jägersteig – ein toller S1-Trail, der uns Lust auf mehr gemacht hat.
- Mittwoch begann dann das richtige Abenteuer: Wir sind mit dem Rad zu unserem Biwak-Platz gefahren, etwa 25 Kilometer mit Rucksäcken voller Ausrüstung. Direkt am Platz erwartete uns ein knackiger S2/S3-Trail, der für jede Menge Adrenalin gesorgt hat. Am Abend haben wir unser Biwak aufgeschlagen – ein echtes Erlebnis, draußen unter freiem Himmel zu übernachten.
- Donnerstag war dann unser längster Tourentag: Vom Biwak-Platz aus sind wir aufs Ofterschwanger Horn gefahren. Die Abfahrt führte über abwechslungsreiche S1- und S2-Trails und endete mit einer wohlverdienten Abkühlung im Ostertalbach. Wieder eine Nacht im Biwak – diesmal mit dem guten Gefühl, schon richtig als Gruppe eingespielt zu sein.
- Freitag hieß es dann Abschied nehmen: Wir sind zurück nach Bad Hindelang zur Jubi geradelt, mit einem Rucksack voller Erfahrungen und Eindrücke.
Unser Fazit
Wir beide sind uns einig: Diese Woche war für uns eine super Mischung aus Lernen, Selbsterfahrung und Abenteuer. Wir haben nicht nur fachlich und pädagogisch viel mitgenommen, sondern auch als Gruppe jede Menge Spaß gehabt. Die Kombination aus Theorieeinheiten, Praxisübungen und echten Outdoor-Erlebnissen hat uns gezeigt, wie vielfältig Jugendarbeit im Bergsport sein kann.
Ein großes Dankeschön geht an die tollen Teamer, die uns durch die Woche begleitet haben, und an alle Mitteilnehmer*innen, mit denen wir so viele gute Momente teilen durften.


Wir gehen aus dieser Schulung mit viel Motivation, neuen Ideen und freuen uns, bald selbst als Jugendleiter in der JDAV aktiv zu werden.
Text: Stefan Detter
Fotos: Stefan Detter